R.I.P. my brother

Es gibt Begegnungen im Leben, die mehr sind als gemeinsamer Sport. Der folgende Beitrag stammt von Steffen Hamann, einem der prägenden deutschen Point Guards seiner Generation. 

Über viele Jahre hinweg war er fester Bestandteil der deutschen Nationalmannschaft, führte Teams wie den FC Bayern München Basketball als Kapitän und stand für Spielintelligenz, Haltung und Führungsstärke auf und neben dem Feld.

Was folgt, ist kein Rückblick im klassischen Sinne. Es ist ein Stück gelebte Erinnerung:

Es ist inzwischen eine lange Zeit vergangen seit meinem ersten Lehrgang mit der Nationalmannschaft. Ich kam damals als junger „Wilder“ zu den Big Dogs dazu- allein das war schon unglaublich aufregend. Bis dahin kannte ich die Jungs nur als Vorbilder und als Gegner, als Spieler auf einem Level, auf das man selbst irgendwann einmal kommen wollte.

Doch schon in den ersten Sekunden habe ich gespürt, dass in dieser Truppe ein besonderes Miteinander herrscht. Trotzdem ist man als Neuer erstmal damit beschäftigt, seinen Platz zu finden. Spätestens als ich dann mit Ademola das Zimmer bezogen habe, war dieses Gefühl von Unsicherheit wie weggeblasen. Ich war wirklich Ademolas Teammate- crazy. Aufregung, Stolz, alles auf einmal.

Mit seiner offenen Präsenz und seiner ruhigen Art (off the court 😊) hat er mir vom ersten Moment an das Gefühl gegeben, dazuzugehören. Ihm war wichtig, dass man sich schnell kennenlernt, dass man zueinander findet- nur so kann man am Ende auch als Mannschaft erfolgreich sein.

Das war die eine Seite von Ademola. Die andere war der furchtlose, dominante Spieler auf dem Feld. Es hat mich damals sehr beeindruckt, wie er vor keiner Aufgabe und vor keiner Persönlichkeit zurückschreckte, wie er immer klar seine Meinung sagte und kompromisslos zu seinem Wort stand. Egal ob ein kleines Wurfspiel, ein Scrimmage oder ein Spiel auf großer Bühne – er wollte immer als Gewinner vom Feld gehen.

Ich hatte das große Glück, nicht nur temporär, sondern auch im Alltag in Bamberg mit ihm zusammenzuspielen, als Vereins-Teammate. Auch dort war er immer jemand, der voranging – selbst in der Zeit, als es gesundheitlich nicht mehr so lief, wie er es sich gewünscht hätte. Er war, und ich bin mir sicher, er ist es egal, wo er jetzt ist, ein Vorbild und ein Warrior.

Ich bin dir dankbar für alles, was du für mich persönlich und für den deutschen Basketball getan hast.
RIP, my brother.

Ein Blick auf den Weg von Steffen Hamann, der zur Night of the legends und zum Top4 2026 nach München geladen hat. Danke für eine wunderbare Zeit Steffen (Bild: Jana Kolb)